
Am 10. November 2010 haben wir den Jugendbuchpreis „Goldene Leslie“ an T. A. Wegberg für seinen Roman „Memory Error“ verliehen. Staatssekretärin Vera Reiß überreichte das Preisgeld von 2.000 Euro zusammen mit der Leslie-Trophäe und einer Urkunde bei einer Feierstunde im Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur.

Die Jugendjury, die „Memory Error“ mit großer Mehrheit ausgewählt hatte, war ebenfalls dabei und diskutierte lebhaft mit Moderatorin Sabine Hampel und dem Autor über die besonderen Qualitäten des Buchs.


T. A. Wegberg las anschließend aus „Memory Error“ und beantwortete die zahlreichen Fragen der Jugendlichen.


(c) Fotos Ralf Löhr
T. A. Wegberg: Memory Error oder Wie mein Vater über den Jordan ging, Rowohlt 2009
Jordans Kindheit im niederrheinischen Wallfahrtsort Kevelaer war nicht gerade glücklich. Aber wieso findet er sich plötzlich mitten in Berlin wieder, wo er niemanden kennt? Hat er etwas mit dem Brand seines Elternhauses zu tun, bei dem sein Vater ums Leben kam? Was ist aus seinem Bruder geworden, der vor Jahren spurlos verschwand? Bei der Suche nach den fehlenden Stücken seines Gedächtnispuzzles findet Jordan Unterstützung bei einem zynischen Psychotherapeuten, einem tablettensüchtigen Gothpunk sowie bei der schönen Natalie und ihrer noch schöneren Schwester. Doch erst eine unerwartete Begegnung sprengt die Blockade …
„Memory Error“ sei, so die Begründung unserer, Jury, ein höchst originelles Jugendbuch mit faszinierenden Charakteren, „die mit ihren Eigenarten, Fehlern und Vorlieben den Leser schon nach wenigen Seiten sehr vertraut und sympathisch sind.“ Auch sprachlich sei der Roman gelungen – er empfinde die Ausdrucksweise Jugendlicher gut nach und zeichne sich, trotz der Schwere des Themas, durch einen trockenen Humor aus. Ein Buch, das einen „weinen, lachen und nachdenken lässt“, so das begeisterte Fazit der Jugendjury.

T. A. Wegberg wurde in Krefeld geboren und füllte schon als Dreijähriger die Schulhefte seines großen Bruders mit erfundenen Buchstaben. Bücher trugen mehr zu seiner Erziehung bei als Eltern und Lehrer, deshalb studierte er Germanistik und Anglistik und wurde freier Lektor, um den ganzen Tag lesen zu können. 2009 erhielt er für "Memory Error" den Literaturförderpreis des Freien Deutschen Autorenverbandes sowie für weitere Texte den Rheinsberger Literaturpreis und den Brandenburgischen Literaturpreis. T. A. Wegberg lebt in Berlin und arbeitet ehrenamtlich als Berater für Jugendliche in Notsituationen.
(Foto: privat)
Die diesjährige Jugendjury ist gewählt! Die Jurymitglieder sind:
Kristina Bertram (17) aus Horperath
Was glaubst du, zeichnet ein gutes Jugendbuch aus?
"Zum einen muss es sehr spannend sein, tiefgründig und außergewöhnlich,
zum anderen muss es verständlich und gut erzählt sein!"
Was ist dein absolutes Lieblingsbuch?
"Tintenherz!"
Bianca Hülße (15) aus Hammerstein

Was glaubst du, zeichnet ein gutes Jugendbuch aus?
Ich denke das Wichtigste an einem guten Jugendbuch ist, dass man während
des Lesens alles um sich herum vergessen kann, von der Geschichte so
vereinnahmt wird und man das Gefühl verspürt, ein Teil davon zu sein
und auch noch Tage später darüber nachdenkt. Die Art der Darstellung
der einzelnen Charaktere ist für mich persönlich ein wichtiger und
entscheidender Aspekt, denn das ist das, was eine Geschichte lebendig
macht. Auch sollte das Buch „angemessen“ anspruchsvoll geschrieben
sein, was einerseits die Story veranschaulicht und auch den eigenen
Wortschatz erweitern kann.
Was ist dein absolutes Lieblingsbuch?
Leider muss ich sagen, dass ich kein konkretes Lieblingsbuch habe, sondern
noch auf der Suche nach einem bin! Jedoch bin ich besonders von
folgenden Büchern angetan: „Die Bücherdiebin“ (Markus Zusak), „Sarahs
Schlüssel“ (Tatiana de Rosnay), „Die Frau des Zeitreisenden“ (Audrey
Niffenegger), „Tausend strahlende Sonnen“ (Khaled Hosseini), „Evil
– das Böse“ (Jan Guillou), „Eine wie Alaska“ (John Green), „Madame
Cottard & eine
Ahnung von Liebe“ (Rainer Moritz), „Das war der Hirbel“ (Peter Härtling),
„Kafkas Puppe“ (Gerd Schneider), „Eine exklusive Liebe“ (Johanna Adorjan).
Alexandra Kessler (17) aus Bad Kreuznach

Was glaubst du, zeichnet ein gutes Jugendbuch aus?
Ein gutes Jugendbuch sollte sowohl Jungs als auch Mädchen interessieren
und ansprechen! Dieses beinhaltet aktuelle Themen, die Jugendliche
beschäftigen und aufklären. Es sollte das gewisse Etwas haben und zum
Nachdenken animieren.
Was ist dein absolutes Lieblingsbuch?
''Memory error'' von Tanya A. Wegberg ist jetzt eins meiner absoluten
Lieblingsbücher. Es hat mich gefesselt und berührt.
Da dieses Buch in kleine Kapitel unterteilt war, hatte ich es recht schnell
durchgelesen und wollte gar nicht mehr zum Ende kommen!
Anika Müller (15) aus Holler

Was glaubst du, zeichnet ein gutes Jugendbuch aus?
Ich glaube, das Wichtigste ist die Schreibweise des Autors. Das macht
das Buch spannend oder langweilig, interessant oder öde. Außerdem ist
es bei Jugendbüchern von Vorteil, wenn es viel Spannung gibt und nicht
zu langwierig ist, da manche nicht so viel Geduld haben.
Was ist dein absolutes Lieblingsbuch?
Ich habe kein Lieblingsbuch. Ich lese hauptsächlich Fantasy- und Vampirbücher.
Besonders gut gefallen mir z. B. „House of Night“ von P.C. und Kristin
Cast, „City of Bones“ von Cassandra Clare oder „Die Geheimnisse des
Nicholas Flamel“ von Michael Scott.
Elisabeth Lewerenz (16) aus Sinzig

Was glaubst du, zeichnet ein gutes Jugendbuch aus?
Es ist dann gut, wenn es ein für Jugendliche ansprechenden Thema möglichst
facettenreich behandelt. Man sollte sich mit den Charakteren identifizieren
können, diese sollten also vielseitig sein.
Was ist dein absolutes Lieblingsbuch?
„A Long Way Down“ von Nick Hornby – nicht unbedingt ein Jugendbuch, aber
es hat einen tollen Humor trotz des ernsten Themas und die Charaktere
wirken sehr echt.
Alisha Rech (14) aus Schornsheim

Was glaubst du, zeichnet ein gutes Jugendbuch aus?
Ich finde, ein gutes Jugendbuch sollte von allem Etwas enthalten. Das
heißt Gefühl, Humor, Spannung, eine Geschichte, die einen mitreißt
und tolle Charaktere.
Was ist dein absolutes Lieblingsbuch?
Um ehrlich zu sein, habe ich kein "absolutes" Lieblingsbuch.
Es gibt viele Bücher, die ich total klasse finde, aber ich glaube, ich
könnte mich nie gänzlich für eines von denen entscheiden.
Carl Schwenger (14) aus Dannstadt

Was glaubst du zeichnet ein gutes Jugendbuch aus?
Ich glaube, ein gutes Jugendbuch zeichnet sich aus durch ausführlich
beschriebene Charaktere, gute Verteilung zwischen Spannung und Humor,
eine Hauptperson, mit der man sich identifizieren kann und dass die
Gefühle für den Leser verständlich sind. Außerdem sollte es zum Nachdenken
anregen und kein Buch sein, das man nachdem man es gelesen hat, sofort
vergisst.
Was ist dein absolutes Lieblingsbuch?
Ich habe schon sehr viele gute Bücher gelesen, unter anderem haben mir
einige Bücher von Kai Meyer sehr gut gefallen. Aber das Buch, das mir
am meisten Spaß gemacht hat und mich am meisten gefesselt hat war die
„Hermux Tantamoq Trilogie“ von Michael Hoeye.
Maryam Sadegh Zadeh (12) aus Remagen

Was glaubst du, zeichnet ein gutes Jugendbuch aus?
Für mich ist ein Buch gut, wenn die Figuren gut beschrieben sind und
die Geschichte spannend und fesselnd ist. Außerdem muss man sich gut
in die Situationen der Personen hineinversetzen können.
Was ist dein absolutes Lieblingsbuch?
Ich habe nicht ein Lieblingsbuch, sondern mehrere: zum Beispiel die „Biss“-Reihe
oder „Die Fünf Tore“.
Die Auszeichnung ist mit 2.000 € und einer Trophäe, der Goldenen Leslie, verbunden. Namensgeber des Preises ist das Maskottchen der Kampagne „Leselust in Rheinland-Pfalz“, die Leseratte „Leslie“.
Unsere Vorjury nominierte folgende Titel für die Endrunde:
Ausgesucht wurde die Nominierungsliste von der Vorjury. Diese setzte sich aus sechs Jurorinnen und Juroren zusammen:
Die meisten Stimmen entfielen auf Tanya A. Wegberg: Memory Error (Rowohlt Verlag)
Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen Schülerinnen und Schülern bedanken, die sich an der Onlineabstimmung beteiligt haben.
Goldene Leslie 2006, Goldene Leslie 2007, Goldene Leslie 2008, Goldene Leslie 2009, Goldene Leslie 2010