Die Goldene Leslie – der rheinland-pfälzische Jugendbuchpreis

Der Jugendbuchpreis „Goldene Leslie“ zeichnet jährlich ein in deutscher Sprache verfasstes, belletristisches Jugendbuch aus, das im Jahr zuvor zum ersten Mal veröffentlicht wurde.

Shortlist 2020

Marie Golien: Cainstorm Island. Der Gejagte.

Emilios Welt ist geteilt. Auf der einen Seite das reiche Asaria. Auf der anderen Seite Cainstorm Island, überbevölkert, arm und von Gewalt zerfressen. Dort kämpft der 17-Jährige, umgeben von brutalen Gangs, gegen die Schulden seiner Familie. Eines Tages spricht ihn ein Mitarbeiter von Eyevision an und bietet Emilio einen Deal. Emilio willigt ein, sich einen Chip in den Kopf implantieren zu lassen. Dieser Chip ist an seinen Sehnerv angeschlossen und überträgt jeden Tag eine halbe Stunde lang, was Emilio sieht. Seine Videos, waghalsige Kletter- und Trainsurf-Aktionen, kommen an, die Zuschauerzahlen steigen langsam. Bis sein Leben eine unvorhergesehene Wendung nimmt: Emilio tötet einen der Gang-Anführer in Notwehr. Live und auf Sendung. Das Video verbreitet sich rasend schnell und Emilio wird zum Gejagten – nicht nur von der Gang, sondern auch von Eyevision, die ganz eigene Pläne mit Emilio haben.

https://www.dtv.de/buch/marie-golien-cainstorm-island-der-gejagte-76242/

Lena Hach: Grüne Gurken

Berlin, mitten in Kreuzberg: Lotte, neu in der Stadt, ausgesprochen tollpatschig, herrlich selbstironisch, normal begabt und total verknallt. In Vincent von Grüne Gurken. Oder so ähnlich. Auf jeden Fall in den Typen, der immer montags im Kiosk gegenüber auftaucht und genau 10 Grüne Gurken kauft.

Eine Geschichte über das, was wirklich wichtig ist: die richtige Stadt, der richtige Typ und die richtige Sorte Weingummis.

https://mixtvision.de/buecher/gruene-gurken/

Hansjörg Nessensohn: Und dieses verdammte Leben geht einfach weiter

Die Schule ist vorbei und nun … ja, was eigentlich? Seit Monaten freuen sich Timon und Sunny darauf, auf Mallorca das bestandene Abitur zu feiern. Zwei beste Freunde und drei Wochen Sonne, Spaß und Freiheit – was kann es Schöneres geben? Doch viel Unausgesprochenes steht zwischen ihnen und sorgt dafür, dass nicht die rechte Stimmung aufkommt. Sunny lässt der Gedanke an ihren Exfreund nicht los und dann nimmt Timon in einem Anfall von Helfersyndrom auch noch den trampenden Jonas mit. Richtig fertig sieht Jonas aus. Als Sunny und Timon ahnen, was Jonas auf Mallorca wirklich vorhat und welche Bürde er mit sich herumträgt, ist es schon fast zu spät …

https://www.ueberreuter.de/shop/und-dieses-verdammte-leben-geht-einfach-weiter/

Agnes Ofner: Nicht so das Bilderbuchmädchen

Gegenüber von Zara wohnt Sam. Sie kann genau in sein Zimmer sehen. Sam weint oft, und das beunruhigt Zara so sehr, dass sie überlegt, wie sie helfen könnte. Mit „Hallo ich bin Zara“ auf drei Zetteln im Fenster beginnt ein vorsichtiger Kontakt über die Straße hinweg. Die beiden lernen sich über ihre Botschaften besser kennen, aber Sam macht schnell klar, dass er Distanz braucht und Zara nicht treffen möchte. Sam lebt zurückgezogen, weil er sich in seinem Körper nicht wohl fühlt. Das ist der eines Mädchens, was mit jedem Tag sichtbarer wird.
Dann bringt Zara fast ihren Freund mit Erdnüssen um und landet in dem Krankenhaus, in dem Sam mit seinen Eltern auf ein Arztgespräch wartet. Und dann ist zwar noch immer nichts einfach, aber langsam versteht Zara, was Sams Problem ist …

http://www.jungbrunnen.co.at/gesamtverzeichnis/jugendbuch-ab-12/nicht-so-das-bilderbuchmaedchen/

Dirk Reinhardt: Über die Berge und über das Meer

Jedes Jahr im Frühling kommen die Nomaden auf dem Weg zu ihrem Sommerlager in den afghanischen Bergen in Sorayas Dorf vorbei. Mit ihnen kommt Tarek, der so wunderbare Geschichten zu erzählen weiß. Doch dieses Jahr wartet Soraya vergeblich auf ihn. Als siebte Tochter ist sie einem alten Brauch zufolge als Junge aufgewachsen, konnte sich frei bewegen und zur Schule gehen. Mit vierzehn Jahren hat sie jedoch das Alter erreicht, wo sie schon längst wieder als Mädchen leben sollte, in der Stille des Hauses. Die Taliban drängen unmissverständlich darauf. Auch Tarek haben sie bedroht. Sie erwarten, dass der erfahrene Spurenleser für sie arbeitet. Tarek und Soraya sehen keinen anderen Ausweg: Unabhängig voneinander machen sie sich auf in die Fremde. In den Bergen treffen sie unverhofft aufeinander.

https://www.gerstenberg-verlag.de/index.php?id=detailkinderbuch&url_ISBN=9783836956765

Die Jugendjury

Was glaubst du, zeichnet ein gutes Jugendbuch aus?

Man muss sich mit den literarischen Figuren gut identifizieren können und sie müssen nachvollziehbar handeln. Außerdem muss es spannend geschrieben sein, die Leserin fesseln und neue Horizonte eröffnen.

Was ist dein absolutes Lieblingsbuch?

Ich kann das nicht eindeutig beantworten, weil ich ein großer Fan der Harry-Potter und der Percy-Jackson-Reihe bin. Von diesen Reihen gefallen mir der „Halbblutprinz“ und „Die letzte Göttin“ am besten.

Ich lese gerne, weil …

… ich gerne in andere Welten abtauche, die mit meinen Alltag weniger zu tun haben.

Außerdem macht es mir Spaß, viele verschiedene (literarische) Persönlichkeiten kennenzulernen. 

Greta (12) aus Mainz

Was glaubst du, zeichnet ein gutes Jugendbuch aus?

Für mich gilt ein gutes Jugendbuch dann als solches, wenn es mich schon am Anfang fesselt und ich mich in die Charaktere einfühlen kann. Außerdem sollte die Geschichte gut nachvollziehbar sein, und nicht allzu extrem und übertrieben. Ich finde es gut, wenn das Buch ansprechend formuliert ist, und wenn der Schreibstil eingängig und schön formuliert ist. Folglich ist es für mich wichtig, dass der Schreibstil nicht abgehackt ist oder „unprofessionell“ wirkt.

Was ist dein absolutes Lieblingsbuch?

Ich habe kein absolutes Lieblingsbuch. Allgemein gesagt lese ich gerne Fantasy, aber auch Jugendromane. „Das Mädchen das den Mond trank“ von Kelly Barnhill ist z. B. eines meiner Lieblingsbücher.

Ich lese gerne, weil …

ich gerne in andere Welten eintauche, und Lesen es möglich macht, das für uns Unmögliche in den Büchern kennenzulernen. Außerdem mag ich die Ruhe, die man beim Lesen verspürt/verspüren kann. Meiner Meinung nach weckt es die Fantasie und ich bin ein Fan von Fantasie.

Ruth (12) aus Mainz

 Was glaubst du, zeichnet ein gutes Jugendbuch aus?

Wenn ein Jugendbuch sehr spannend ist und es auch ein spannendes Thema hat, ist es schon sehr gut. Allerdings sollten auch der Titel und das Cover ansprechend wirken, damit man überhaupt Lust bekommt, das Buch zu lesen. Mir gefallen Jugendbücher am besten, die von Anfang an eine mitreißende Geschichte haben. Wenn sie ein originelles Thema haben und lustig sind, sind sie besonders gut.

Was ist dein absolutes Lieblingsbuch?

Mein absolutes Lieblingsbuch ist momentan „Tintenherz“ von Cornelia Funke, früher war es aber „Lippels Traum“, da diese wirklich sehr spannend sind. Beide handeln von fernen Welten und ich mag Bücher dieser Art.

Ich lese gerne, weil …

ich gerne in andere Welten eintauche. Wenn ich vor dem Schlafen lese, träume ich in der Nacht von der Handlung der Geschichte. Ich liebe es auch, mit den Charakteren mitzufühlen und diese besser kennen zu lernen. Deshalb lese ich am liebsten sehr spannende und dramatische Bücher.

Adrienne (12) aus Bad Dürkheim

Was glaubst du, zeichnet ein gutes Jugendbuch aus?

In einem guten Jugendbuch geht es um ein aktuelles und modernes Thema und möglichst viele Jugendliche werden angesprochen.

Was ist dein absolutes Lieblingsbuch?

„Dem Horizont so nah“ von Jessica Koch

Ich lese gerne, weil …

es vom Alltag ablenkt und man in andere Geschichten eintauchen kann.

Leonie (15) aus Wallmenroth

Was glaubst du, zeichnet ein gutes Jugendbuch aus?

Für mich ist ein gutes Buch, ein Buch das eine wirklich spannende Geschichte hat. Ich mag es, Bücher zu lesen, die mich so packen, dass ich sie ganz am Stück durchlesen muss, ohne Pausen einzulegen. Darüber hinaus finde ich, dass die Geschichte im Buch nachvollziehbar sein sollte, sodass man beim Lesen alles versteht. Auch wichtig finde ich bei einem guten Jugendbuch, dass man mit dem Buch auch die „Lesemuffel“ zum Lesen bringen kann.

Was ist dein absolutes Lieblingsbuch?

Ich habe mir nie wirklich darüber Gedanken gemacht, was mein Lieblingsbuch ist. Wenn ich aber überlege, kann ich sagen, dass ich es richtig genossen habe, das Buch „Die Tribute von Panem – Flammender Zorn“ von Suzanne Collins zu lesen.

Ich lese gerne, weil …

es mir richtig Spaß macht, mich in die Welt der Romanfiguren hineinzudenken und die gesamten Abenteuer, die in den Büchern beschrieben sind, zusammen mit ihnen zu erleben.

Pawel (15) aus Merzkirchen

Was glaubst du, zeichnet ein gutes Jugendbuch aus?

Ein Jugendbuch muss fesselnd sein, so dass man es praktisch nicht aus der Hand legen kann. Ebenso ist auch das Thema, das in dem Buch steckt, wichtig. Meiner Meinung nach ist ein Buch dann gelungen, wenn man was davon für sich mitnehmen kann (Erfahrungen, Eindrücke, Gefühle). Bei einem Jugendbuch genauso, es sollte die Probelme unserer Altersgruppe berühren und uns zum Nachdenken anregen.

Was ist dein absolutes Lieblingsbuch?

Ein absolutes Lieblingsbuch habe ich nicht, aber Klassiker wie „Harry Potter“, „Die Drei Musketiere“ oder „Stolz und Vorurteil“ gehen echt immer.

Ich lese gerne, weil …

man aus der Realität entfliehen kann und sich auf ein komplett neues Universum einlassen kann. Dazu zählt für mich nicht nur Science-Fiction, sondern auch sehr alte Bücher, dort scheint die Handlung unendlich entfernt vom Hier und Jetzt, so dass ich die Sorgen und Probleme vergessen kann. Lesen fühlt sich wie eine Befreiung für mich an, es ist so viel mehr als nur ein Hobby. Ich wünsche mir, dass diese Gefühle von all den anderen nachempfunden werden können, die Lesen den „Hass-Beschäftigungen“ zuordnen, denn Lesen ist etwas Tolles.

Gergana (17) aus Mertesheim

Was glaubst du, zeichnet ein gutes Jugendbuch aus?

Ein gutes Jugendbuch muss die Leserin/den Leser fesseln. Außerdem sollte man sich gut in die Protagonisten hinein versetzten können, weshalb eine klare und schöne Sprache wichtig ist. Meiner Meinung nach sollte zudem das Cover des Buches ansprechend gestaltet werden, da es in der Regel das Erste ist, was die Leserin/der Leser von dem Buch wahrnimmt. 

Was ist dein absolutes Lieblingsbuch?

Das ist eine sehr gute Frage, aber ich habe so viele tolle, mitreißende und schöne Bücher gelesen, dass ich mich nicht für ein Buch entscheiden könnte.

Ich lese gerne, weil …

man durch das Lesen in andere Welten eintauchen und dem Alltag für eine Weile entfliehen kann. Außerdem kann man durch Bücher neue Perspektiven kennenlernen und viel Spannendes, Interessantes und Wissenswertes lernen.

Lisa (15) aus Mainz

Die Goldene Leslie 2019

Das Buch

White Maze, Arena Verlag, 376 Seiten, ISBN 978-3-401-60372-8

Mit einem Schlag endet Vivs sorgenfreies Leben: Ihre Mutter Sofia wurde ermordet! Die Game-Entwicklerin stand vor dem Release eines bahnbrechenden Computerspiels. „White Maze“ wird mit neuartigen Kontaktlinsen gespielt  – dank ihnen erleben die Spieler virtuelle Welten mit allen Sinnen. Aber warum zerstörte Vivs Mutter kurz vor ihrem Tod die Prototypen der Linsen? Zusammen mit dem Hacker Tom will Viv den Mord aufklären. Dazu muss sie selbst tief in die virtuelle Welt eintauchen. Doch dort ist es für den Mörder leicht, die falsche Realität nach seinen Spielregeln zu manipulieren …

Die Jurybegründung

„Purer Nervenkitzel“ – so das begeisterte Fazit der Jugendjury zur Geschichte von „White Maze: Du bist längst mittendrin“. Der Roman sei so spannend, dass man das Buch innerhalb eines Tages verschlungen habe. „Fesselnd sind auch“, so die Jury, „die faszinierende Hauptfigur Viv und die anderen jugendlichen Charakteren, wie der Hacker Tom, die mit vereinten Kräften dem Mörder von Vivs Mutter auf die Spur kommen.“ Dabei schildere June Perry eindrucksvoll, welche Faszination, aber auch welche Gefahren virtuelle Welten bergen. Allein das Thema „Virtual Reality“ werde viele Jugendliche dazu bringen, sich für den Roman zu interessieren. „Und wer ‚White Maze‘ einmal aufschlägt“, da ist sich die Jury sicher, „legt es nicht mehr aus der Hand“.  

Die Preisträgerin

June Perry/Marion Meister wurde 1974 in Wolfratshausen/Bayern geboren. Sie studierte Animationsfilm an der HFF Potsdam-Babelsberg. Gemeinsam mit ihrem Mann Derek veröffentlicht sie Kinder- und Jugendbuchreihen wie „Sternenschiff Argon“ oder „Drachenhof Feuerfels“. Unter dem Pseudonym Mareike Marlow schreibt sie Krimis („Blaubeermorde“), die sich an Erwachsene richten. „White Maze: Du bist längst mittendrin“ ist ihr erstes Buch unter dem Namen June Perry. Die Inspiration für den Roman kam ihr unter anderem durch Pen & Paper- sowie Video-Adventure- und Augmented-Reality-Games. Mit ihrem Mann und zwei Söhnen wohnt June Perry in Niedersachsen.

Die Goldene Leslie 2018

Das Buch

„Der Schuss“, Deutscher Taschenbuch Verlag, 320 Seiten, ab 14 Jahre

Der 17-jährige Robin wird in seinem Wohnblock Zeuge des Mords an einem Anhänger der rechtsgerichteten „Deutschen Alternativen Partei“, deren Anführer Fred Kuschinski ein Kindheitsfreund von Robin ist. Die Rechten schieben den Mord dem sogenannten „Intensivtäter“ Hakan Topal in die Schuhe und nutzen die Bluttat, um Fremdenhass und Ängste zu schüren. Auch Robins Schwester Mel schließt sich der Bewegung an und besucht die täglichen Mahnwachen. Robin hat sich bislang aus allen Konflikten im Block rausgehalten, jetzt aber weiß er: Wenn er die Wahrheit ans Tageslicht bringen will, ist Wegschauen keine Option.

Foto Christian Linker

Der Preisträger

Christian Linker, geboren 1975, studierte Theologie in Bonn, arbeitete freiberuflich als PR-Redakteur und leitete neun Jahre lang den „Bund der Deutschen Katholischen Jugend“. 1999 erschien sein erstes Kinderbuch „Ritter für eine Nacht“, 2003 sein erster Roman „RaumZeit“, der gleich von der Jugendjury für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert wurde. Es folgten viele weitere Bücher, u. a. „Das Heldenprojekt“ (2005), „Doppelpoker“ (2007) und „Stadt der Wölfe“ (2015). Für seinen Roman „Blitzlichtgewitter“ erhielt er 2009 den Hansjörg-Martin-Preis. Ebenfalls 2009 wurde die Bühnenfassung von „RaumZeit“ (gemeinsam mit Stefan Filipiak) mit dem Autorenpreis des Karlsruher Sandkorn-Theaters ausgezeichnet. Christian Linker lebt mit seiner Familie in Leverkusen. (© Foto: Barbara Dünkelmann)

Die Jurybegründung

„Ein spannendes Buch und ein wichtiges Buch!“ – so das begeisterte Fazit der Jugendjury. „Der Schuss“ sei fesselnd geschrieben und überzeuge durch die glaubhaft gezeichneten Figuren, in die man sich sehr gut hineinversetzen könne. Herauszuheben sei dabei Robin, der Protagonist des Romans, der alles andere als ein Held sei und trotzdem am Ende so etwas wie der Held der Geschichte werde. Sehr gut sei auch, dass das Buch mehreren Perspektiven Platz einräume: So kämen ganz verschiedene Charaktere mit ihren unterschiedlichen Sichtweisen zu Wort. „‘Der Schuss‘“, so die Jury, „bringt einen zum Nachdenken über zeitgemäße Themen wie Rassismus und politischen Extremismus, dies aber verpackt in eine spannende Geschichte.“ Der Roman eigne sich deshalb auch hervorragend als Schullektüre.

 

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