Die Goldene Leslie – der rheinland-pfälzische Jugendbuchpreis

Der Jugendbuchpreis „Goldene Leslie“ zeichnet jährlich ein in deutscher Sprache verfasstes, belletristisches Jugendbuch aus, das im Jahr zuvor zum ersten Mal veröffentlicht wurde.

Die Goldene Leslie 2021

Hier unsere fünf Bücher, die für die „Goldene Leslie 2021“ nominiert sind! Wählt euren Favoriten!

Mitmachen können Schülerinnen und Schüler aus Rheinland-Pfalz. Wir verlosen Bücher unter allen Teilnehmenden!

Abstimmungsschluss ist der 15. September 2021!

Hinweise zur Verarbeitung Ihrer Angaben und Widerspruchsrechte finden Sie unter Datenschutz.

Die Jugendjury

Was glaubst du, zeichnet ein gutes Jugendbuch aus?

Ein gutes Jugendbuch sollte Themen aus der Welt der Jugendlichen aufgreifen und ihnen helfen, sich mit Fragen zu diesen Themen konstruktiv zu befassen. Das Buch sollte seine Leser und Leserinnen faszinieren und inspirieren, aber auch ermutigen und trösten. Es ist wichtig, dass die Sprache leicht verständlich und nicht zu kompliziert ist und sich dem Alter der jeweiligen Zielgruppe anpasst.

Was ist dein absolutes Lieblingsbuch?

„Die unglaubliche Reise ins Universum“ von Lucy und Stephen Hawking

Ich lese gerne, weil ...

... ich dadurch neue Impulse für meinen Alltag bekomme und dabei viele Abenteuer erleben kann, die mir sonst nicht möglich wären.

Michael (13) aus Ludwigshafen

Was glaubst du, zeichnet ein gutes Jugendbuch aus?

Eine spannende Handlung (Spannungsbogen).
Eine abwechslungsreiche Handlung und abwechslungsreiche Charaktere.
Es muss leicht zu verstehen sein.

Was ist dein absolutes Lieblingsbuch?

Die „Secret Protector“ Reihe

Ich lese gerne, weil ...

... man sich dabei sehr gut entspannen und in eine andere Welt eintauchen kann, wenn man sich in die Geschichte hineindenkt. Außerdem mag ich die unterschiedlichen Handlungen und Charaktere, da meistens jeder Charakter eine bestimmte Rolle hat.

Phil (13) aus Ingelheim

Was glaubst du, zeichnet ein gutes Jugendbuch aus?

Ein gutes Jugendbuch sollte mitreißend und fesselnd sein, sodass man es gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Man sollte sich gut in Charaktere hineinversetzen und sie verstehen können, um sie auf ihrer Reise zu begleiten und selbst miträtseln zu können. Ein gutes Jugendbuch sollte mit allen Emotionen des Lesers spielen (Trauer, Freude, Wut, Belustigung etc.) und die Möglichkeit zum „Eintauchen“ und Vergessen geben, symbolisch oder sogar direkt, aber dennoch ein wichtiges und problematisches Thema behandeln und Aufmerksamkeit darauf lenken.

Was ist dein absolutes Lieblingsbuch?

So gut wie jedes „Young Adult“-Fantasybuch mit leidenschaftlichen Aufständen, Herausforderungen und Kämpfen, wie auch mit starken und mutigen Charakteren und ihren kriegerischen, selbstlosen Herzen.

Ich lese gerne, weil ...

... ich es liebe, andere Welten kennenzulernen und in die einzutauchen. Man kann an etwas Teil haben, dass in der Realität eher von geringer Wahrscheinlichkeit ist, dass es passiert.

... ich mich so selbst neu erfinde, kreativ werde und mich darin verlieren kann, während ich Schlachten entscheide, mich vor Königen behaupte oder ganz einfach ein „zweites Leben“ führe.

... ich es liebe, meinen Lieblingscharakteren beim Wachsen zuzusehen und das Gefühl zu haben, ein Teil ihres Lebens zu sein.

Sara (15) aus Ludwigshafen

Was glaubst du, zeichnet ein gutes Jugendbuch aus?

Es sollte spannend und berührend sein. Ein gutes Jugendbuch kann man stundenlang lesen, ohne zu merken, wie die Zeit vergeht. Man kann damit dem Alltag entfliehen.

Was ist dein absolutes Lieblingsbuch?

„Cryptos“ von Ursula Poznanski

Ich lese gerne, weil ...

… ich so dem Alltag entfliehen und spannende Abenteuer von meinem Zimmer aus erleben kann. Ich kann selbst Teil einer Geschichte werden und betrachte nach einem guten Buch manche Dinge anders.

Anna-Lena (14) aus Habscheid

Was glaubst du, zeichnet ein gutes Jugendbuch aus?

Ein gutes Jugendbuch hat für mich eine fesselnde, spannende Geschichte, die sich leicht lesen lässt. Außerdem sollte es einen „roten Faden“ in der Geschichte geben und oft kann man bei guten Büchern etwas lernen, auch wenn man manchmal erst darüber nachdenken muss.

Was ist dein absolutes Lieblingsbuch?

Ich habe kein absolutes Lieblingsbuch, ich lese allgemein gerne. 

Ich lese gerne, weil ...

ich es mag, an etwas anderes denken zu können und in andere Welten abzutauchen. Ich mag es, dabei vielleicht auch selber etwas zu lernen. Oft kuschelt man sich beim Lesen ja irgendwo ein, und auch das mag ich sehr gerne.

Ruth (13) aus Mainz

Was glaubst du, zeichnet ein gutes Jugendbuch aus?

Es muss eine authentische Atmosphäre geschaffen werden und die Story muss in sich stimmig sein. Eine persönliche Vorliebe von mir sind Geschichten, die aus mehreren Perspektiven erzählt sind. Meiner Meinung nach sollten Jugendbücher in einer angemessenen (nicht überzogen coolen) Sprache geschrieben sein, allerdings muss auch hier jeder über seine Vorlieben entscheiden.

Was ist dein absolutes Lieblingsbuch?

„Erebos“ von Ursula Poznanski

Ich lese gerne, weil ...

... Bücher Zuflucht und Entspannung im stressigen Schulalltag bilden und neue Perspektiven auf die Welt (oder andere Welten) eröffnen.

Amelie (16) aus Armsheim

Was glaubst du, zeichnet ein gutes Jugendbuch aus?

Ein gutes Jugendbuch muss die Jugendlichen ansprechen. Mit aktuellen Themen oder Alltagserfahrungen, die fast jeder einmal durchläuft. Der Schreibstil sollte modern sein, so dass sich das Buch gut lesen lässt.

Was ist dein absolutes Lieblingsbuch?

Mein Lieblingsbuch ist „Der Schein“ (Ella Blix), weil Fantasy auf Realität trifft und man in die spannende Geschichte eintauchen kann.

Ich lese gerne, weil ...

... es mich vom Alltag ablenkt und ich in andere Welten eintauchen kann.

Julia (15) aus Bad Dürkheim

Was glaubst du, zeichnet ein gutes Jugendbuch aus?

Ein gutes Jugendbuch sollte spannend und fesselnd sein. Es sollte für Jugendliche anregende und interessante Themen behandeln und leicht zu lesende Sprache enthalten. Das Buch sollte niemals zu umgangssprachlich geschrieben werden, und es sollten aktuelle Wörter benutzt werden.

Was ist dein absolutes Lieblingsbuch?

Mein absolutes Lieblingsbuch ist immer noch ,,Tintenherz“ von Cornelia Funke. Es ist unglaublich spannend und ich empfehle es jedem in jeder Altersklasse.

Ich lese gerne, weil ...

... ich in andere Welten eintauchen kann. Ich kann meinen Vorstellungshorizont erweitern und die Realität mal vergessen. Ich beruhige mich durch Lesen und kann meine Konzentration ganz auf die fremden Welten und Geschichten fokussieren.

Adrienne Victoria (13) aus Bad Dürkheim

Die Goldene Leslie 2020

Cover Marie Golien
Foto Marie Golien (c) Bodo Witzke

Das Buch

Emilios Welt ist geteilt. Auf der einen Seite das reiche Asaria. Auf der anderen Seite Cainstorm Island, überbevölkert, arm und von Gewalt zerfressen. Dort kämpft der 17-Jährige, umgeben von brutalen Gangs, gegen die Schulden seiner Familie. Eines Tages spricht ihn ein Mitarbeiter von Eyevision an und bietet Emilio einen Deal. Emilio willigt ein, sich einen Chip in den Kopf implantieren zu lassen. Dieser Chip ist an seinen Sehnerv angeschlossen und überträgt jeden Tag eine halbe Stunde lang, was Emilio sieht. Seine Videos, waghalsige Kletter- und Trainsurf-Aktionen, kommen an, die Zuschauerzahlen steigen langsam. Bis sein Leben eine unvorhergesehene Wendung nimmt: Emilio tötet einen der Gang-Anführer in Notwehr. Live und auf Sendung. Das Video verbreitet sich rasend schnell und Emilio wird zum Gejagten – nicht nur von der Gang, sondern auch von Eyevision, die ganz eigene Pläne mit Emilio haben.

Die Jurybegründung

„‘Cainstorm Island – Der Gejagte‘ ist“, so die Jury, „ein mitreißender Thriller mit faszinierender Handlung und ernstem Hintergrund.“ Anhand der Geschichte von Emilio zeige der Roman die Gefahren eines Lebens, das von sozialen Netzwerken bestimmt wird. Darüber hinaus greife das Buch in seinem Zukunftsszenario weitere aktuelle Themen wie den Gegensatz zwischen Arm und Reich oder das Problem der globalen Umweltverschmutzung auf. All das sei in eine fesselnde und emotional nahegehende Geschichte verpackt, die zeige, wie wichtig Freundschaft und Zusammenhalt sind. Das Ende verspreche einen weiteren Roman rund um „Cainstorm Island“, und man könne es gar nicht erwarten, auch diesen zweiten Band in Händen zu halten.

 

Die Goldene Leslie 2019

Das Buch

White Maze, Arena Verlag, 376 Seiten, ISBN 978-3-401-60372-8

Mit einem Schlag endet Vivs sorgenfreies Leben: Ihre Mutter Sofia wurde ermordet! Die Game-Entwicklerin stand vor dem Release eines bahnbrechenden Computerspiels. „White Maze“ wird mit neuartigen Kontaktlinsen gespielt  – dank ihnen erleben die Spieler virtuelle Welten mit allen Sinnen. Aber warum zerstörte Vivs Mutter kurz vor ihrem Tod die Prototypen der Linsen? Zusammen mit dem Hacker Tom will Viv den Mord aufklären. Dazu muss sie selbst tief in die virtuelle Welt eintauchen. Doch dort ist es für den Mörder leicht, die falsche Realität nach seinen Spielregeln zu manipulieren ...

Die Jurybegründung

„Purer Nervenkitzel“ – so das begeisterte Fazit der Jugendjury zur Geschichte von „White Maze: Du bist längst mittendrin“. Der Roman sei so spannend, dass man das Buch innerhalb eines Tages verschlungen habe. „Fesselnd sind auch“, so die Jury, „die faszinierende Hauptfigur Viv und die anderen jugendlichen Charakteren, wie der Hacker Tom, die mit vereinten Kräften dem Mörder von Vivs Mutter auf die Spur kommen.“ Dabei schildere June Perry eindrucksvoll, welche Faszination, aber auch welche Gefahren virtuelle Welten bergen. Allein das Thema „Virtual Reality“ werde viele Jugendliche dazu bringen, sich für den Roman zu interessieren. „Und wer ‚White Maze‘ einmal aufschlägt“, da ist sich die Jury sicher, „legt es nicht mehr aus der Hand“.  

Die Preisträgerin

June Perry/Marion Meister wurde 1974 in Wolfratshausen/Bayern geboren. Sie studierte Animationsfilm an der HFF Potsdam-Babelsberg. Gemeinsam mit ihrem Mann Derek veröffentlicht sie Kinder- und Jugendbuchreihen wie „Sternenschiff Argon“ oder „Drachenhof Feuerfels“. Unter dem Pseudonym Mareike Marlow schreibt sie Krimis („Blaubeermorde“), die sich an Erwachsene richten. „White Maze: Du bist längst mittendrin“ ist ihr erstes Buch unter dem Namen June Perry. Die Inspiration für den Roman kam ihr unter anderem durch Pen & Paper- sowie Video-Adventure- und Augmented-Reality-Games. Mit ihrem Mann und zwei Söhnen wohnt June Perry in Niedersachsen.

Die Goldene Leslie 2018

Das Buch

„Der Schuss“, Deutscher Taschenbuch Verlag, 320 Seiten, ab 14 Jahre

Der 17-jährige Robin wird in seinem Wohnblock Zeuge des Mords an einem Anhänger der rechtsgerichteten „Deutschen Alternativen Partei“, deren Anführer Fred Kuschinski ein Kindheitsfreund von Robin ist. Die Rechten schieben den Mord dem sogenannten „Intensivtäter“ Hakan Topal in die Schuhe und nutzen die Bluttat, um Fremdenhass und Ängste zu schüren. Auch Robins Schwester Mel schließt sich der Bewegung an und besucht die täglichen Mahnwachen. Robin hat sich bislang aus allen Konflikten im Block rausgehalten, jetzt aber weiß er: Wenn er die Wahrheit ans Tageslicht bringen will, ist Wegschauen keine Option.

Foto Christian Linker

Der Preisträger

Christian Linker, geboren 1975, studierte Theologie in Bonn, arbeitete freiberuflich als PR-Redakteur und leitete neun Jahre lang den „Bund der Deutschen Katholischen Jugend“. 1999 erschien sein erstes Kinderbuch „Ritter für eine Nacht“, 2003 sein erster Roman „RaumZeit“, der gleich von der Jugendjury für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert wurde. Es folgten viele weitere Bücher, u. a. „Das Heldenprojekt“ (2005), „Doppelpoker“ (2007) und „Stadt der Wölfe“ (2015). Für seinen Roman „Blitzlichtgewitter“ erhielt er 2009 den Hansjörg-Martin-Preis. Ebenfalls 2009 wurde die Bühnenfassung von "RaumZeit" (gemeinsam mit Stefan Filipiak) mit dem Autorenpreis des Karlsruher Sandkorn-Theaters ausgezeichnet. Christian Linker lebt mit seiner Familie in Leverkusen. (© Foto: Barbara Dünkelmann)

Die Jurybegründung

„Ein spannendes Buch und ein wichtiges Buch!“ – so das begeisterte Fazit der Jugendjury. „Der Schuss“ sei fesselnd geschrieben und überzeuge durch die glaubhaft gezeichneten Figuren, in die man sich sehr gut hineinversetzen könne. Herauszuheben sei dabei Robin, der Protagonist des Romans, der alles andere als ein Held sei und trotzdem am Ende so etwas wie der Held der Geschichte werde. Sehr gut sei auch, dass das Buch mehreren Perspektiven Platz einräume: So kämen ganz verschiedene Charaktere mit ihren unterschiedlichen Sichtweisen zu Wort. „‘Der Schuss‘“, so die Jury, „bringt einen zum Nachdenken über zeitgemäße Themen wie Rassismus und politischen Extremismus, dies aber verpackt in eine spannende Geschichte.“ Der Roman eigne sich deshalb auch hervorragend als Schullektüre.